Fangen wir an Ether zu minen mit Ethos

Ich habe mich einfach aus Neugier mal mit dem Thema Mining beschäftigt.

Zum „Üben“ habe ich folgende Hardware im Einsatz.
Asus P5H Deluxe Board
Intel Code 2 Duo
2GB DDR 2
32GB SSD
1xGeforce 1050TI von Gainward

Zum einfachen Start nehme ich Ethos welches allerdings nicht umsonst zu bekommen ist.

Ich werde hier nicht im kleinsten Detail auf alles eingehen. Wer z.b. nicht in der Lage ist mit einem grafisch geführten Tool ein Image auf einen Datenträger zu übertragen, der sollte sich mit etwas anderem als Mining beschäftigen. Sorry, aber ein paar Grundlagen sollte man schon mitbringen.

Vorbereitungen

  • Ethos mit dem Raw Copy Tool auf die SSD schreiben.
  • Die vorhandene Hardware zusammenbauen. – Netzteil Leistung beachten! Die Grafikkarte(n) ziehen maximale Last.
  • Als nächstes benötigst du ein Ether Wallet, deine „Geldbörse“ in die dein Ether ausgezahlt wird.  Dieses bekommst du bei MyEtherwallet.

1. Start

Nachdem du Ethos das 1. mal gestartet hat solltest du einen schwarzen Bildschirm sehen, der in etwa so aussieht:

Links einen Überblick über die Hardware und Rechts eine Console.

Zur einfacheren Administration erledige ich alles via SSH oder über die eingebaute Webconsole. Daher notiert euch bitte die IP, welche auf dem Screen links zu sehen sein sollte.

2. Konfiguration

Es gibt mehrere Konfigurationsdateien, welche verschiedene Optionen steuern. Fürs erste beschäftigen wir uns nur mit der local.conf.

Wie bereits erwähnt nutze ich das Webinterface oder SSH zum einloggen. Daher rufe nun bitte die IP deines Ethos in deinem Browser auf. Es sollte ein Fenster erscheinen, welches so aussieht:

Hier loggst du dich nun mit dem Standard Passwort und Nutzer ein.

ethos mit dem Kennwort live

Als erstes sagen wir Ethos, das wir nur unsere lokale Konfiguration nutzen wollen und diese auch nach einem Neustart noch aktiv sein soll. Dazu gibst du bitte folgenden Befehl in die Console ein:
force-local

Nun speichert Ethos die Einstellungen der local.conf und lädt diese beim Rebooten auch wieder.

Weiter geht es mit der eigentlichen Konfiguration. Dazu müssen wir die Datei local.conf anpassen. Dies erfolgt mit Nano.

nano local.conf

und es öffnet sich der Editor Nano und zeigt uns die Beispielhafte local.conf

Wir können den oberen teil löschen, der NICHT von # auskommentiert ist. Alternativ den Teil mit # auskommentieren.

An der obersten Stelle fügen wir nun folgendes ein:

stratumproxy enabled
maxgputemp 77
globalfan 75
proxywallet DEINE ETHER WALLET ADRESSE
proxypool1 eu1.ethermine.org:4444
proxypool2 eu1.ethpool.org:3333
flags –cl-global-work 16384 –farm-recheck 200
custompanel XXXXXXsecret

Die Befehle bewirken im einzelnen:

stratumproxy enabled
bedeutet, dass der Proxy aktiviet ist. Wenn du dazu Details wissen willst, dann google bitte danach

maxgputemp 77
Die maximale Temperatur deiner Grafikkarte(n) in Grad Celsius

globalfan 75
Die Drehzahl deiner Grafikkartenlüfter. Ist der Wert gesetzt laufen alle Lüfter der Grafikkarten automatisch mit der definierten Drehzahl in Prozent.

proxywallet
Muss ich glaube ich, nicht erklären oder?

proxypool1
Der 1. Proxyserver der angesprochen werden soll. In unserem Fall ist dies der Poolserver von ethermine.org

proxypool2
Der 2. Server, der angesprochen werden soll, falls der 1. nicht erreicht werden kan. Hier habe ich ethpool.org genomen.

Flags
Dies sind Einstellungen an der Mining software selber. Details bitte auch ergooglen 😉

custompanel
Ethos biedet euch ein Webzugriff zur Überwachung eures Systems an. Dieser bekommt eine dynamische Adresse. d.h. bei jedem Reboot oder Zwangstrennung des Internetanbieters ändert sich diese Adresse. Mit dem Befehl custompanel kann man dieses fest einstellen.
Der Befehl ist relativ simpel. Die ersten 6 Zeichen könnt ihr frei wählen. Die nächsten 6 Zeichen sind euer Passwort. Theoretisch könnt ihr auch mehrere Miner auf einem Panel darstellen lassen. Der Aufruf erfolgt später über:

http://XXXXXX.ethosdistro.com

3. Starten des Minings

gebt nun in der Konsole

mine start

ein und der Miner beginnt seinen Dienst. Mit

show miner

könnt ihr euch live ansehen, was ihr gerade schürft.

4. Pool

Weiter oben habt ihr schon einen „Pool“ angegeben. Ein Pool ist einfach gesagt eine Gemeinschaft von Minern, die ihre Rechenpower bündeln um schneller zum Ergebniss zu kommen. Jeder Miner bekommt von jedem geschürften Ether seinen Anteil im Verhältniss zur eingesetzen Rechenleistung. Viel Leistung = viel Ausschüttung.
Wir haben oben als 1 Pool ethermine.org angegeben.
Dort auf der Webseite könnt ihr einfach eure Wallet ID eingeben und ihr seht live (ca 20 Minuten nach dem ihr mit dem Minen gestartet habt) was ihr euch erarbeitet habt.
Ich würde euch empfehlen nachdem ihr die ÜBersicht eures Wallets habt unter Setings das Payout Verhalten auf 0.05 Ether zu setzen. Sonst wartet ihr mitunter ewig bis ihr was auf euer Wallet ausgezahlt bekommt. Dazu muss als Verifikation eure aktuelle externe IP von Ethos angegeben werden. In der Regel auch eure eigene externe IP. Googelt mal nach „wie ist meine IP“ und ihr bekommt die schnell raus.

5. Kosten

Neben der Hardware, welche nicht unbedingt billig ist, da aktuell die Preise für Grafikkarten durch die Decke gehen, kommt auch noch ein bisschen was an Stromkosten zusammen.

Rechnen wir mal mit folgendem Beispiel:
4xGeforce 1050TI von Gainward
CPU, Mainbaord, Speicher, Lüfter, SSD

benötigen unter voller Laste beim Minen bis zu 400Watt.

24 Stunden Pro Tag
7 Tage die Woche
365 Tage im Jahr

==
3.504 Kw/h zu je 25cent (incl. aller Steuern)
~ 880€ an Stromkosten

Aktuell liegt der Ether bei ca 950€ (Stand 28.01.2018)

Mit der Rechenleistung der 4 Grafikkarten (ca 50Mh/s)  würdest du ca 1,75 Ether pro Jahr erschürfen, wenn der Preis konstant bleibt, wären das unterm Strich also:

Einnahmen von: 1660€
Ausgaben von 880€ (+ Hardware??)
ca 53% Gewinn vor Steuern.

Man sollte die Stromkosten nicht unterschätzen. Große Mineranlagen mit 6 oder 8 Grafikkarten mit je 180Watt benötigen im Jahr ca 3.200€ (12.620Kw/h) an Strom. Das ist 4 mal mehr als ein 2 Personenhaushalt pro Jahr benötigt. d.h. euer Energieanbieter wird irgendwann mit einer mächtigen Nachzahlung aufwarten. Daher solltet ihr beten, dass der Kurs gut bleibt 😉 Fällt der Ether kurs, fallen die Stromkosten nicht mit 🙂

6. Ether zu Geld?

solltet ihr dennoch Minen wollen, so wollt (müsst) ihr irgendwann aus Ether auch mal Geld machen. Spätestens, wenn RWE und Co vor der Tür stehen.
Es gibt mehrere Anbieter, die gegen eine Gebühr im Bereich von 1 – 2 % euch eure Ether in Geld auszahlen. Mir hat persöhnlich Coinbase gut gefallen. Aber Achtung. Alle Anbieter, die ich gefunden habe, sitzen nicht in der EU.

7. Lohnt sich Mining?

Das ist die Frage, die jeder für sich selber entscheiden muss. Die Stromkosten werden bis zu 50% auffressen. Wer nicht gerade einen Großabnehmervertrag hat und nur 10cent je Kw/h zahlt sollte es sich gut überlegen. Solange der Kurs bleibt bzw steigt ist alles klar. Nur das Risiko eines Kursfalls ist immer da. Diesen Monat ist Ether z.b. von knapp 1.100€ auf 600€ schon gefallen. Er ist zwar wieder auf 950€ gestiegen, aber die Schwankungen sind nicht Ohne.

8. Steuern?

Da ich kein Steuerexperte bin, kann ich dies nicht beantworten. Theoretisch ist der Handel (Verkauf) von Ether ein Währungsgeschäft und unterliegt, so meine ich, der Kapitalertragssteuer. Fragt zur Sicherheit mal euren Steuerberater.
Womit von den 100% Ertrag – 50% Energiekosten – 25% Steuern euch noch 25% bleiben am Ende 😉